Die Wildente
von Henrik Ibsen

 
Alle reden durcheinander, dass man als Zuschauer nur Bruchstücke des Gesagten aufschnappen kann. Verstehen kann man trotzdem alles - leider, möchte man fast sagen, denn was sich da an Unglück über der 14-jährigen Hedwig zusammenbraut, das würde man am liebsten stoppen, irgendwie. Sie steht im Zentrum dieser Inszenierung - halb noch ein Kind, aber doch schon alt genug, um die Lügen zu sehen, die sie umgeben. Es gelingt hervorragend, sie mal realistisch kindlich zu zeichnen, mal nur die Idee des Kindseins, des Verletzlichen vorzuführen. Wenn sie am Ende ihren 14. und letzten Geburtstag hat, dann wird sie plötzlich sehr erwachsen, sehr klar und sehr schön dastehen - und sich erschießen. Und keiner wird es merken. Ein Stück, eine Inszenierung, die einem in die Magengrube fährt - und zurecht mit Bravos gefeiert wurde.

Inszenierung: Dagmar Schlingmann | Komposition: Alexandra Holtsch

Wilddemo (1:08)
Die Wildente
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